Lied Nr. 151 aus dem Christian Science Liederbuch

Jesus erzählte uns das Gleichnis des barmherzigen Samariters, einem Pfleger zur damaligen Zeit. Versetzen wir uns einmal in die Lage des von Räubern Verletzten, wie er mit schmerzenden Wunden auf der Straße liegt. Da geht ein Levit vorbei. Ein Hoffnungsschimmer glimmt in uns auf. Aber er macht einen großen Bogen um uns. Unsere Hoffnung sinkt, und wir haben noch mehr Schmerzen. Dann kommt ein Priester. Aber der wird doch jetzt helfen!? Er ist doch ein Priester, denken wir. Aber auch er schaut weg und beachtet uns nicht. Das gibt uns einen Stich ins Herz. Gibt es denn sowas? Dann kommt ein Samariter, ein Mensch, der selbst von den Leviten und Priestern verachtet wird. Er nimmt sich Zeit, bückt sich, sieht sich die Wunden an und versorgt sie. Ja, er nimmt sogar noch den Verletzten auf seinem Lasttier mit zur nächsten Unterkunft und bezahlt auch noch für ihn. Wie froh ist der Verletzte, und wie geborgen und versorgt fühlt er sich in diesem Moment. Der Samariter hat ihm Hoffnung und Hilfe gegeben, er hat ihm die Tür geöffnet und ihm aus dieser scheinbar hoffnungslosen Situation herausgeholfen.

Mary Baker Eddy lehrt uns diesbezüglich: „Wenn wir den Kranken ihre Gefängnistüren öffnen wollen, müssen wir erst lernen die zerbrochenen Herzen zu verbinden“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, S. 366:29-30). Die zerbrochenen Herzen mental verbinden heißt, im Bewusstsein das richtige Denken zu beherbergen, dass der Mensch geistig und vollkommen ist und nicht erst werden muss, und dass ein Pflegezimmer nicht aus vier Wänden aus Stein besteht, sondern aus LEBEN, WAHRHEIT und LIEBE. In dieses Zimmer hat der Samariter seinen Schützling gebracht, direkt in die Nähe GOTTES.

GOTT hat keine Kenntnis von dem Bösen, das alle Disharmonien beinhaltet. Denn hätte Er Kenntnis davon, müsste er es ja geschaffen haben. Aber das kann nicht sein, denn schließlich ist alles, was GOTT gemacht hat, für immer gut und „… Man kann nichts dazu tun oder wegtun …“ (Pred.3:14).

In ihrem Buch Nein und Ja schreibt Eddy über GOTTES Kenntnis von Leiden folgendes: „GOTTES Gesetz ist in drei Worten enthalten: „Ich bin Alles“; und dieses vollkommene Gesetz ist stets gegenwärtig, um jeden Anspruch eines anderen Gesetzes zurückzuweisen. GOTT erbarmt sich unserer Leiden mit der Liebe eines Vaters zu Seinem Kinde – nicht etwa dadurch, dass Er menschlich wird und um die Sünde, oder das Nichts, weiß, sondern dadurch, dass Er uns die Kenntnis von etwas nimmt, was nicht ist. Er könnte unsere Leiden nicht völlig zerstören, wenn Er irgendwelche Kenntnis davon hätte. Sein Mitfühlen ist göttlich, nicht menschlich“ (S. 30:14-24).

An dieser Stelle möchte ich Ihnen von einer Heilung aus meinem Leben berichten, bei der ich die tiefe Bedeutung dieses „DIR nah sein heilet mich“ hautnah erlebte und bei der die Gewissheit dieser Gottesnähe und dieser Sicherheit über die vollkommene Regierung des göttlichen GEMÜTS meinen Sohn, der tot war, wieder zum Leben erweckte:

Es war ein schöner Sommertag, als mein Sohn in der Küchentür stand und sagte, sein Bruder läge da draußen auf dem Boden. Ich dachte mir nichts dabei, und meine Gedanken waren schon bei Pflaster und Schere, um – wie schon des Öfteren – die aufgeschlagenen Knie zu versorgen. Aber diesmal traf ich keinen weinenden Buben an. Der kleine Körper lag leblos am Boden. Er atmete nicht mehr, und sein kleines Herz schlug auch nicht mehr und das schon einige Minuten lang, bis Hilfe da war.

Das Kind war von einem Kleinlaster angefahren und durch die Luft geschleudert worden. Als ich neben meinem Sohn stand, wusste ich augenblicklich, dass ich von mir aus nichts tun kann, sondern dass hier allein GOTT, GEMÜT, regiert, sowohl das Leben meines Kindes als auch meines. Ich war vollkommen ruhig. Ich war weder geschockt noch weinte ich. Ich fühlte mich absolut geborgen in GOTT und wusste mit absoluter Sicherheit, dass alles gut ist. Ganz tief drin in mir war sogar ein kleiner Funken Freude zu spüren, dass GOTT das Gute und allmächtig ist. Sowohl das Kind als auch ich waren vollkommen im Guten, GOTT, eingebettet und von Ihm umgeben, und dies betraf auch alle Helfer. Es konnte nichts schiefgehen, niemand konnte etwas verkehrt machen. Dies entspricht der göttlichen WAHRHEIT, davon war ich vollkommen überzeugt.

Ich sah zwei Männer, die das Kind mit Erfolg reanimierten. Ich lief zurück ins Haus und rief einen christlich-wissenschaftlichen Praktiker an, um ihn um gebetvolle Unterstützung zu bitten. Danach ging ich zur Nachbarin und bat sie, sie möge sich um meine anderen drei Kinder kümmern, bis ich aus der Klinik zurück sei.

Dann lief ich zurück, um im Hubschrauber mit in die Klinik zu fliegen. Der Notarzt erklärte mir, dass das Kind einen Schädelbasisbruch und schwere innere Verletzungen hätte. Während er mir das erzählte, wusste ich mit absoluter Sicherheit, dass das alles nur Lügen des sterblichen Gemüts sind und strahlte meinen Sohn ganz freudig an, was ihm die Sicherheit gab, dass alles gut ist. In Gedanken weilte ich währenddessen immer bei GOTT und sprach mit Ihm, dass es Sein und nicht mein Kind sei und dass Er sich besser um ihn kümmern könne, als ich es jemals tun könnte. Ich hatte absolutes Vertrauen zu GOTT, dass Er alles richtig und gut macht. Beweise dafür hatte ich ja schon mehr als genug in kürzester Zeit bekommen. Das Kind war klinisch tot und wurde wieder zum Leben erweckt, und es hatte trotz mehrerer Minuten Atem- und Herzstillstand keinerlei Gehirnschäden davongetragen. Zudem war der Bub bei vollem Bewusstsein und lächelte mich an, obwohl ein Schädelbasisbruch diagnostiziert worden war und er deswegen tief bewusstlos hätte sein müssen.

Als wir landeten, stand schon ein anderer Hubschrauber startklar bereit, um das Kind in eine Spezialklinik für Schädelverletzungen zu bringen. Es sollten nur noch schnell Röntgenaufnahmen gemacht werden, um diese zusammen mit dem Notarztbericht mitzugeben.

Nach einer kurzen Weile flogen die Schwingtüren des Röntgenraumes auf und eine Flut von Ärzten und Schwestern strömte heraus. Alle schüttelten ungläubig die Köpfe. Ich wusste schon, warum. Sie konnten auf den Röntgenbildern keine Verletzungen feststellen. Eine Ärztin berichtete fassungslos, sie hätte unter dem Ultraschall gesehen, dass die Milz einen Riss hat und das Blut in den Bauchraum strömte und daher eine sofortige Operation notwendig wäre. Aber zu ihrem großen Erstaunen wuchs die Milz von selbst zu, wie sie es auf dem Ultraschallbild sehen konnte.

Der anwesende Notarzt sagte ganz verwirrt, dass ihm in seiner 30-jährigen Laufbahn als Notarzt noch nie eine Fehldiagnose unterlaufen sei und er diese Situation überhaupt nicht verstehen könne.

Ich rief den Praktiker an und teilte ihm mit, dass alles gut und das Kind gesund sei.

Zu diesem Zeitpunkt kannte ich die Christliche Wissenschaft erst kurze Zeit. Sie wurde mir als das beste Werkzeug rechtzeitig in die Hand gelegt, damit ich diese Situation gut handhaben konnte.

Als ich nach einiger Zeit die zwei Männer wiedersah, die meinen Sohn wiederbelebten, bedankte ich mich bei ihnen. Für mich waren sie zwei Engel, die zur rechten Zeit am richtigen Platz waren.

Mein Sohn nahm bald wieder sein Skispringertraining in Garmisch-Partenkirchen auf und kam davon immer freudestrahlend nach Hause, wenn er für seine guten Sprünge von der Schanze von seinem Trainer gelobt wurde. Heute ist dieser kleine Bub erwachsen, hat studiert, seinen Master abgeschlossen und arbeitet in einer renommierten Firma in Norddeutschland. Da es dort keine Sprungschanzen gibt, ist er auf Radrennen umgestiegen und hat schon viele Preise gewonnen.

Seine Liebe zur Christlichen Wissenschaft hat ihm viele Wege, die krumm waren, geebnet.

Doch kommen wir noch einmal zurück zu Eddys Aussage, dass GOTT keine Kenntnis von unseren Leiden hat. Sie schreibt in Nein und Ja: „Die Tatsache, dass die WAHRHEIT um ihre eigene Unendlichkeit weiß, verbietet die wirkliche Existenz auch nur eines Anspruchs auf Irrtum. Diese Erkenntnis ist das Licht, in dem keine Finsternis ist – nicht Licht, das Finsternis in sich birgt. Das Bewusstsein von Licht ist wie das ewige Gesetz GOTTES, das Ihn und sonst nichts offenbart. Ein Mitgefühl mit Sünde, Kummer und Krankheit würde GOTT als WAHRHEIT entthronen; denn WAHRHEIT hat kein Mitgefühl mit dem Irrtum…“ (S. 30:24-33).

Hier erklärt uns Eddy, dass wir das widergespiegelte Licht GOTTES sind, das überall gesehen wird, wenn wir offen dafür sind und es ausstrahlen, so wie Jesus Christus es tat. Ihm, dem Christus, nahe sein, heilt die Menschen. Sie kamen oft von sehr, sehr weit her, um diesem wunderbaren, heilenden Licht, das Jesus Christus war, nahe zu sein. Auch in uns allen ist dieser Christus aktiv, und diese Aktivität des Christus kann genauso wenig aufgehoben werden wie die Morgendämmerung durch keine Macht der Welt aufgehoben werden kann. Ja, genauso wenig kann das Bewusstsein einer christlich-wissenschaftlichen Pflegerin oder eines christlich-wissenschaftlichen Pflegers von der göttlichen WAHRHEIT getrennt werden, da vor ihnen nie ein materieller Patient ist, der Pflege benötigt, sondern immer der vollkommene Ausdruck GOTTES mit allen Seinen ausschließlich guten Eigenschaften.

Um diesen Punkt zu erreichen, ist es sehr wichtig, dass wir im stillen Kämmerlein immer und immer wieder unsere Bewusstseinslampe im Gebet, im Einssein mit GOTT, putzen, damit sie nicht trübe wird und wir nicht mehr richtig sehen.

Wir können ganz sicher wissen, dass „WAHRHEIT kein Mitgefühl mit dem Irrtum hat“, sondern ihn immer zerstört (Nein und Ja S. 30:32-33).

Wenn wir angesichts einer Disharmonie in einem Pflegezimmer so argumentieren, sind wir auf der sicheren Seite. Wir müssen dies immer in unserem Bewusstsein festhalten, damit es durch suggestive Bilder und mentale Beeinflussung nicht wieder trübe wird.

In der Gegenwart eines solchen Bewusstseins, das die ganze allgegenwärtige Macht GOTTES ausdrückt, kann keine sogenannte Annahme oder kein Schmerz aus irgendeiner anderen Disharmonie, die nur eine Lüge des Bösen ist, auch nur einen einzigen Augenblick weiterbestehen.

Christlich-wissenschaftliche PflegerInnen sind der verlängerte Arm GOTTES, Seine Hände und Füße, durch die Er wirkt und arbeitet. Sie sind Sein nützliches Werkzeug, das Er ständig benutzt, um Dinge, die sich in der Finsternis befinden und noch im Dunklen liegen, wieder ins rechte Licht zu rücken, damit sie im Licht der göttlichen Wissenschaft erstrahlen und wieder sichtbar werden.

Was sich bei einem Patienten abbildet, was sich als falsches Bild in einem Pflegezimmer unseren materiellen Sinnen zeigt, will uns suggerieren, dass das wirklich sei, was wir da sehen. Es ist der sichtbar gewordene Ausdruck des sterblichen Gemüts oder die Annahme eines universellen Glaubens, dass es solche Zustände gebe.

Die Medizin dagegen ist das Verweigern der Annahmen, die allesamt Lügen sind. Sie besitzen weder Macht noch Intelligenz und bergen kein Körnchen von der göttlichen WAHRHEIT in sich. Unsere Medizin ist das Anerkennen der Regierung des göttlichen GEMÜTS, das immer und zu jeder Zeit allgegenwärtig ist.

Nun stellen Sie sich vor, wie Sie als Angehöriger, als CS Pflegerin oder als CS Pfleger, mit dieser Medizin im Bewusstsein durch die Türen in die Zimmer der Menschen in einem christlich-wissenschaftlichen Pflegeheim treten. Sie gehen durch die Tür der WAHRHEIT, mit einem liebevollen, strahlenden Lächeln auf den Lippen und im Herzen, und dann treten Sie an das Bett mit dem vollkommenen Bewusstsein: Ich bringe dir als Heilmittel den immer gegenwärtigen Christus, der auch stets in dir aktiv ist, wenn du es zulässt. Wir erfüllen damit den Auftrag „… speise die hungernden Herzen“ aus der geistigen Auslegung des Gebets des Herrn von Mary Baker Eddy (W&G S.16-17).

Wenn GOTT Alles-in-allem ist, dann ist es auch die Wahrheit, dass alles geistig ist, dass wir als geistige Wesen alle geistig sind, und ebenfalls alle als Ausdruck von Ihm eins sind. Wir sind alle eins, nicht nur mit GOTT, sondern auch alle untereinander. Darum ist jeder Gedanke, ob gut oder nicht gut, nicht nur für meinen Nächsten gut oder nicht gut, sondern auch für mich selbst. Wir sind so eins mit GOTT wie der Eriesee mit den Niagarafällen, wie das Meer mit den Wellen, wie die Sonne mit den Sonnenstrahlen. Nichts und niemand kann in diese Einheit eindringen oder sie gar zerstören. Jeder Sonnenstrahl ist ein individueller Strahl, so wie die Idee Mensch ebenfalls als sichtbarer, einzelner Mensch individualisiert ist. Jeder Sonnenstrahl ist aber auch Licht, und es gibt nur ein Licht. Man kann Licht nicht dividieren oder in Portionen zerteilen. Alle Strahlen zusammen bilden dieses Licht, und sie leuchten alle gemeinsam. Nirgends sieht man, dass es da ein Fleckchen Dunkelheit geben würde. Das ist nicht möglich. Hat schon einmal jemand erfolgreich versucht, einen Sonnenstrahl von einem anderen Sonnenstrahl zu trennen oder ihn von der Sonne abzuschneiden? Nein, natürlich nicht. Dieser Gedanke ist absurd, oder? Genau so absurd ist die Annahme, dass wir von Gott getrennt werden könnten und dadurch in der Folge auch von unserem Nächsten.

Wir Menschen bestehen alle aus derselben Substanz, aus GEIST, GOTT – ohne Anfang und ohne Ende. Wir sind alle eins durch diesen einen GEIST. In der Bibel lesen wir: „… in ihm leben, weben und sind wir …“ (Apg.17:28). Wir sind niemals getrennt, weder von GOTT noch als Menschen untereinander, da wir für immer durch GOTT miteinander verbunden sind. Es gibt keine Trennung von unserem Nächsten. Das, was für die materiellen Sinne als Trennung und als Materie erscheint, ist einfach eine Lüge.

Wie freudig fühlen wir uns doch, wenn wir GOTT nahe sind. Wie wohltuend und heilend wirkt es auf uns, wenn wir uns in der Stille Seiner Allgegenwart bewusstwerden, Ihn in unserem Herzen spüren als Welle der Wärme, der Freude und des Wohlbefindens und daraus unsere Früchte ernten: Gesundheit, Freude, Frieden und noch vieles mehr! Das ist das „DIR nah sein heilet mich“. Sorgen und Schmerzen verschwinden in dieser Einheit mit GOTT. Aber wir müssen bereit sein. GOTT wartet auf uns, und wenn wir nur einen Schritt auf Ihn zu gehen, so eilt ER uns gleich tausend Schritte entgegen.

Lassen Sie uns IHM nah sein – hier und heute!

Herzlichen Dank für Ihr aufmerksames Zuhören.

Elisabeth Groß  C.S.